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Gibt es Sie noch oder ist sie nur ein Mythos?

Nachdem sich nun eben die kleine Runde aufgelöst hat, in der wir das Kletterwochenende anhand von Bildern Revue passieren lassen haben, drängen sich mir die Geschehnisse des heutigen Tages wieder in den Kopf.
Es geht natürlich wieder um Sie. Über welches Thema zermürbe ich mir sonst auch schon den Kopf? Liegt sicherlich auch an meinem echten Interesse an Menschen. Damit meine ich keine vorgeschobene, geheuchelte Neugierde, sondern mehr, womit ich eben auch meistens auf tiefere Themen stoße bei denen es dann eben auch oft um die Probleme geht, die mir der Gesprächpartner, oft zu meiner Überraschung, anvertraut.
Wahrscheinlich bin ich der absolute Langeweiler, wie er im Buche steht, aber man sollte diese Eigenschaft auch nicht verdammen, weil ich ihr viele langjährige Freundschaften verdanke und sie teil meiner Persönlichkeit ist.
Aber zurück zu ihr. Auch heute ging es wieder um ihre Zukunftspläne, die mit den USA verknüpft sind. Und als sie mir ihre Sorgen mitteilte, dass sie schlecht ihre alten Eltern zurücklassen könnte und diese am liebsten mitnehmen würde, konnte ich mir einfach die Frage nicht verkneifen und musste nach ihrem Freund fragen.
Als Antwort bekam ich nur ein "ach der" und er sei nicht wichtig. Er hätte sich mit dieser Situation schon abgefunden und es wäre wohl auch schon ein Grund für eine mittelfristige Trennung gewesen. Es sei eben nur eine Beziehung, die nicht über die Dauer hier in Deutschland hinausgehen würde. So war also ihre Meinung zu diesem Thema und irgendwie zerstört dies meine Vorstellungen. Geht es in dieser Beziehung nur um Sex?

Eine Form der Beziehung, die sich wohl fast jeder Mann wünscht, was mich nicht ausschließt, wofür ich aber einfach nicht der Typ bin. Dabei drängt sich mir sofort die Frage auf, was für ein Typ man sein muss, oder welcher ich bin?
In solchen Momenten ärgert es mich fast, dass ich von Personen, die ich über eine gewisse Lebenspanne bekleidet haben, so ungern Abschied nehme und für mich wohl nur eine dauerhafte Beziehung in Frage kommt. Jedenfalls finde ich diese Gleichgültigkeit dem anderen gegenüber, dieses „Aneinandervorbeileben“, nicht erstrebenswert.
Gibt es also diese bedingungslose Liebe nicht mehr, oder gab es sie niemals? War es immer nur ein Mythos? Dieses Gefühl, welches einen alles für den anderen machen lässt. Selbst wenn es darum geht die Koffer zupacken und mit in die USA auszuwandern. Aber eben auch umgekehrt, also die Koffer auszupacken und die Reise nicht anzutreten, wenn man weiß, dass man damit dem anderen zuviel zumuten würde.
Ich glaube ich würde es für eine Frau tun, aber ich müsste eben auch von ihr wissen, dass sie das Gleiche auch für mich tun würde. - Also hier bleiben. Und genau dann, wenn bei beiden die Beziehung an erster Stelle steht, dann kann man den optimalen Kompromiss finden.
Aber dazu sind wohl viele Menschen einfach zu egoistisch.

Oft glaube ich, dass das ganze Leben eine endlose Suche ist. So wie sie etwas sucht und glaubt es in einem fernen Land finden zu können.

Und damit muss ich unweigerlich an ein Kinderbuch denken, welches in meinem Bücherregal steht: „Oh, wie schön ist Panama“ indem der kleine Tiger und der starke Bär, auf der Suche nach dem großen Abenteuer nach Panama aufbrechen und nach langem Fußmarsch doch wieder an ihrem Ausgangspunkt ankommen, ohne es jemals zu merken. Und wahrscheinlich sind sie die wenigen Geschöpfe, die nach dieser erfolglosen Suche glücklicher sind als zuvor. Erfolglos? - Stimmt, sie haben es nie gemerkt… Ist also Ahnungslosigkeit der Hoffnungsschimmer? So wie bei dem glücklichen Bekloppten aus einer meiner früheren Erzählungen?

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